Phenytoin-Natrium


Was ist Phenytoin-Natrium?

Phenytoin-Natrium ist ein Antiepileptikum (Arzneimittel gegen Krampfanfälle).

Anwendungsgebiete

Bestimmte Krampfanfall-Formen: Status epilepticus und Anfallsserien.

Vorbeugende Behandlung von Krampfanfällen bei neuro­chirurgischen Eingriffen (Operationen am Gehirn).

Behandlung bestimmter Schmerzformen: Neurogene Schmerzzustände vom Typ des Tic douloureux und andere zentrale oder periphere neurogene Schmerzzustände.

Hinweis

Phenytoin-Natrium ist nicht wirksam bei Absence-Status (einer be­sonderen Form des Krampfanfalls) sowie zur Vorbeugung und Behandlung von Fieberkrämpfen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Da die Häufigkeit von Fehlbildungen offenbar abhängig von der Anwendungsmenge ist, sollte in der Schwanger­schaft die niedrigst mögliche Arzneimenge angewendet werden, die Krampfanfälle noch unterdrückt. Dies gilt besonders für die Zeit zwischen dem 20. und 40. Schwangerschaftstag.

Eine gemeinsame Anwendung von Phenytoin-Natrium mit anderen Arz­neimitteln, die gegen Krampfanfälle wirken, oder wei­teren Arzneimitteln sollte in dieser Zeit vermieden werden, da sich das Risiko einer Fehlbildung bei solch einer kombinierten Behandlung erhöht.

Der Gehalt von Phenytoin-Natrium im Blut fällt in der Schwanger­schaft ab und steigt im Wochenbett wieder auf Werte vor der Schwangerschaft an. Eine regelmäßige Kontrolle des Phenytoin-Blutspiegels ist deshalb ratsam.

Zur Vermeidung von Blutungen beim Neugeborenen sollte vorbeugend Vitamin K1 in den letzten Wochen der Schwangerschaft der Mutter bzw. anschließend dem Neugeborenen gegeben werden.

Phenytoin-Natrium geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Abstillen ist in der Regel nicht erforderlich, der Säugling ist jedoch auf fehlende Gewichtszunahme und überhöhtes Schlafbedürfnis zu überwachen.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen Schwangerschaften sorgfältig planen und regelmäßig überwachen lassen. Dabei ist zu beachten, daß Arzneimittel zur Verhütung in ihrer Wirksamkeit vermindert sein können (s. “Wech­selwirkungen”).

Wech­selwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Beachten Sie bitte, daß diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Phenytoin-Natrium?

Es sind die folgenden Wechselwirkungen möglich:

  • Verminderung der Serumkonzentration von Phenytoin-Natrium durch Antazida (Arzneimittel zur Verminderung der Magen­säure) und bei langdauernder Einnahme von Pheno­barbital, Primidon, Carbamazepin oder Vigabatrin (Arzneimittel gegen Krampfanfälle) sowie Alkohol.

  • Verminderung der Wirkung von Phenytoin-Natrium durch Folsäure (Vitamin).

  • Erhöhung des Blutspiegels von Phenytoin-Natrium durch orale Antikoagulantien (bestimmte Arzneimittel, die Blutgerinnung hemmen), Benzodiazepine (Arzneimittel gegen Angst- und Spannungszustände sowie Schlaf­störungen), Cimetidin (Arzneimittel zur Vermin­derung der Magensäure), Chloramphenicol und Sul­fonamide (Arzneimittele gegen Bakterien), Cyclo­serin, Isoniazid und PAS (Arzneimittele gegen Tuberkulose), Disulfiram (Arzneimittel, der eine Alkoholunverträglichkeit herbeiführt), Halothan (Arzneimittel zur Einleitung einer Bewußtlosigkeit bei Operationen), Methylphenidat (den Antrieb stei­gernder Arzneimittel), nichtsteroidale Antirheuma­tika (bestimmte Arzneimittel gegen Rheuma), Sultiam und Valproat (Arzneimittele gegen Krampfanfälle) sowie trizyklische Psychopharmaka (Arzneimittel gegen Depression [krankhafte Verstimmung] und gegen Psychosen [seelisch-geistige Erkrankungen]).

Welche anderen Arzneimittel werden in ihrer Wirkung durch Phenytoin-Natrium beeinflußt?

Es sind die folgenden Wechselwirkungen möglich:

  • Erhöhung des Blutspiegels von Rifampicin (Arznei­mittel gegen Tuberkulose).

  • Verminderung des Blutspiegels von oralen Antikoagu­lantien, Digitoxin (Arzneimittel bei Herzschwäche), Cyclosporin, Doxycyclin (Arzneimittel gegen Bakte­rien), Itraconazol (Arzneimittel gegen Pilzerkran­kungen), Theophyllin (Arzneimittel gegen Asthmabe­schwerden), Korticosteroide (Arzneimittel, die ähnlich wirken wie die Nebennierenhormone), orale Kontrazeptiva (bestimmte Verhütungsmittel [“Pille”]), trizyklische Psychopharmaka, Carba­mazepin, Lamotrigin, Valproat (Arzneimittel gegen Krampfanfälle), Pancuronium, Vecuronium (Arznei­mittel zur Muskelerschlaffung).

  • Bei zusätzlicher Gabe von Valproinsäure oder deren Dosiserhöhung kann die Menge des freien Phenytoin ansteigen (Konzentration des nicht eiweißgebundenen Anteils), ohne daß der Blutspiegel des Gesamt­phenytoin erhöht ist. Dadurch kann das Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen, insbesondere einer Hirnschädigung, erhöht werden (siehe auch Nebenwirkungen).

  • Verstärkung der Toxizität von Methotrexat (Arznei­mittel zur Krebsbehandlung).

  • Weiterhin sind Wechselwirkungen mit Propoxyphen, Salicylaten (Schmerzmitteln), Sulfonamiden Arznei­mittel gegen Infektionen) und Verapamil (Arznei­mittel gegen unregelmäßigen Herzschlag) möglich.

Dieser Text basiert auf der vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte anerkannten FACHINFORMATION und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für weitere Informationen bezüglich des Wirkstoffes: "Phenytoin-Natrium" fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.